Maltechniken

Malen mit einem Schwamm statt mit Pinsel

Nun möchte ich noch auf die Entwicklung unserer Techniken eingehen. Zuerst haben wir ganz einfach auf 160er-Papier (d. h.: 160 g / m2) mit Tusche und Pinseln gemalt. Es war kein besonderes Aquarellpapier.

Dann beobachtete ich, dass manche Bewohner Einschränkungen hatten beim Halten von Pinseln. So »erfand« ich unsere Malschwämme. Ich kaufte gute Naturbadeschwämme, schnitt sie in drei Teile, band mit einem Gummiband einen Stiel, und schon waren die praktischen Schwämme fertig. Sie sind sehr beliebt bei allen Malern.

Die Schwämme im Bild (Arbeit auf Keilrahmen):


Malen mit Kleister

Später kam ich darauf, den Malern die Arbeit zu erleichtern, die motorische oder Kraftdefizite haben, indem wir Tapetenkleister dick anrühren und ihn vor der Farbe auf das Papier oder die Keilrahmen bringen.
Sehr gern malen wir augenblicklich abstrakt. Wenn wir den Kleister verteilt haben, kommt dicke Farbe aufs Bild, die statt mit Pinsel mit einer alten Bahncard o. Ä. wie eine Spachtelarbeit verteilt wird. Das wirkt ganz großartig.

Hier oben wurde Gouachefarbe auf Tapetenkleister mit Plastikkarten — zum Beispiel mit einer abgelaufenen Bahncard — verspachtelt.


Sandmalerei: Gestalten mit gefärbtem Sand

Die folgenden Fische und Bilder — siehe weiter unten — sind meistens aus gefärbtem Sand hergestellt. Und so geht es:

Wir benutzen für diese Bilder einfach Vogelsand, den man am besten in der Tierhandlung kaufen kann.

Außerdem nehmen wir schwarze und bunte Abtönfarbe vom Baumarkt (Gouache-Farbe funktioniert auch; Gouachefarbe ganz bisschen mit Wasser verdünnen!). - Wir legen zuerst eine große Plastikplane oder einen hinreichend großen Plastiksack auf den Tisch. Nun schütten wir ca. zwei Becher Sand auf die Folie oder auf den Abfallsack. Dann wird die erste Farbe mit einer Gabel gründlich in den Sand hineingeknetet - ggf. unter Zugabe von etwas Wasser, so dass der ganze Sand gut eingefärbt ist. Das geschieht mit jeder Farbe separat. Diese Masse wird über Nacht auf dem Sack ausgebreitet und getrocknet, damit der gefärbte Sand wieder streufähig wird:

Nun noch der Hinweis, dass die eigentliche "Sand-Arbeit" unserer Senioren erst jetzt beginnt: Auf dem DIN-A4-Papier muss man nun für jede Farbe, zum Beispiel zuerst für »schwarz«, mit Holzleim (etwa Ponal) ein Motiv auf das Papier zeichnen oder malen. Für die zukünftige schwarze Farbe kann man gut nur die Konturen (Außenkanten des Motivs) zeichnen mit dem Leim. Wir legen gerne eine Vorlage neben das Bild, um sie abzumalen. - Nun wird der gefärbte Sand reichlich darüber geschüttet. Und den Rest muss man wieder abschütteln. Und so geht's weiter mit allen Farben.

Das Ergebnis:


Collage-Arbeit

Hier die Entstehung einer Collage in Bildern: ein Haus entstand hier in Gemeinschaftsarbeit.

Wir malen einen Hintergrund und lassen ihn trocknen. Wir malen Figuren, Möbelstücke oder ähnliches, lassen die Farbe trocknen, schneiden die Teile aus und kleben sie auf.

Weitere Collagen sind hier zu sehen (Klicken Sie sie an, um sie zu vergrößern):